Das Kulturhaus Maihof zieht ins alte „Godi“
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Das frühere Restaurant Gotthard – im Volksmund liebevoll «Godi» genannt – wird zur neuen Heimat des Kulturhauses Maihof, das nach drei Jahren intensiver Tätigkeit an der Bahnhofstrasse eine inspirierende, kunst- und kulturvolle Zeit geprägt hat. Unter dem neuen Namen «Kulturhaus am Rigi» plant der Vorstand, ab 1. März 2026 erneut einen Ort zu schaffen, der lokale Kultur und Begegnung miteinander verbindet – getragen von jener Energie, die den Maihof einst zu einem kleinen, aber feinen Kulturraum machte. So soll unter dem neuen Namen am Fuss des Rigi die lokale Kunst- und Kulturszene von Küssnacht wieder aufblühen.
Das Kulturhaus Maihof hatte in den vergangenen Jahren weit über die Region hinaus Strahlkraft entfaltet. Es war Begegnungsstätte, Atelier, Bühne und Denkraum zugleich – ein Ort, an dem Kreative verschiedenster Disziplinen zueinander fanden. Mit dem geplanten Abriss des Gebäudes an der Bahnhofstrasse schien dieses Kapitel vorerst beendet. Doch hinter den Kulissen arbeiteten der Vorstand unbeirrt weiter an einer Zukunftsvision.
Neuer Glanz für die Küssnachter Kulturszene
„Wir wollten nicht aufgeben – zu viel Energie, zu viele Ideen stecken in diesem Projekt“, sagt Co-Präsidentin Nadia Tattersall. Lange sah es düster aus für das Projekt – zu teuer, zu vage, zu riskant. Doch wer das Maihof Team kennt, weiss: So leicht geben sie nicht auf. Und tatsächlich, nach Monaten zwischen Hoffen und Zweifeln kam endlich die Wende. Dank der finanziellen Unterstützung des Bezirks Küssnacht konnte die Vision schliesslich Form annehmen. Nun zeigt sich das Vorstandsteam erleichtert – und dankbar. Dankbar gegenüber der Bevölkerung, die, wie man spürt, mehr als nur Sympathie für den kulturellen Aufbruch empfindet. „Die alte Retrobar, sei beim ersten Betreten wie ein vergessenes Bühnenbild gewesen – etwas verstaubt, doch voller Geschichten. Als wir die nostalgischer Discokeller sahen, wussten wir sofort: Dieser Ort hat Seele. Genau das haben wir gesucht“, sagt Co-Präsident Nicolas Wittwer und schmunzelt, als könne er den Moment noch einmal riechen – den Duft von Holz, Bier, Vergangenheit.
Ein Haus für die Zukunft – und Hände, die anpacken
Dank der tatkräftigen Unterstützung des Küssnachter Architekten Tom Baumann wird das charakteristische Gebäude derzeit in einen vielseitig nutzbaren Kulturraum umgewandelt. Die architektonische Identität des Gebäudes bleibt bewusst gewahrt; zugleich entstehen Räumlichkeiten, der sich vielfältigen kulturellen Nutzungen öffnen soll. In der ehemaligen Küche wird künftig ein Atelier für Handwerk und Design. Die traditionsreiche Stube mit ihrer markanten Retrobar bleibt weiterhin das gesellschaftliche Zentrum. Zukünftig dient sie als Treffpunkt für Vereine, Spiel- und Schachabende, Klassentreffen, Literaturinteressierte sowie für Vortragsveranstaltungen und bietet damit allen Kulturschaffenden einen geeigneten Rahmen für den Austausch. Besonderes Augenmerk gilt dem grosszügigen Speisesaal, der künftig Raum für Workshops, kleine Konzerte und gesellschaftliche Anlässe bieten wird. Ein gespendeter Konzertflügel des Vereins Beflügelt wird dort künftig den Ton angeben – buchstäblich. Auch der legendäre Disco-Keller, vielen Küssnachtern aus Jugendjahren wohlvertraut, soll in neuer Form wieder zum Leben erweckt werden.
Noch riecht es nach Farbe und Staub, nach Aufbruch und Arbeit. Bis zur geplanten Eröffnung am 1. März 2026 ist der Weg gesäumt von To-do-Listen und viel Improvisation. Was möglich ist, entsteht in Eigenleistung – gestrichen, geschleppt, geschraubt mit jener Mischung aus Idealismus und Pragmatismus, die Kulturinitiativen am Leben hält. Helfende Hände sind willkommen: zum Hämmern, Einrichten, Organisieren – aber auch zum Mitträumen. Wer nicht mit dem Pinsel kommen kann, darf mit dem Portemonnaie vorbeischauen. Jede Unterstützung, ob gross oder klein, hilft, den Neustart auf ein tragfähiges Fundament zu stellen.
Mit dem Einzug ins alte „Godi“ schliesst sich ein Kreis, und zugleich öffnet sich ein neues Kapitel der Küssnachter Kulturgeschichte. Was einst im Maihof begann, findet am Fuss der Rigi seine Fortsetzung. Wo früher Gläser klirrten und Debatten die Tische umkreisten, wächst nun ein Ort für Kunst, Kultur und Begegnung – getragen von jenem Team, das einst dem Maihof neues Leben einhauchte. Ein bisschen Staub weicht, das Echo bleibt – und Küssnacht bekommt sein neues Zuhause für die Kultur.

Alexander Dietz, Tom Baumann, Nadja Ferrari, Carmen Paolucci, Tom Höpping, Nicolas Wittwer und Nadia Tattersall
(Fotografie: Alexander Dietz)
